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Zur Einführung neuer Themen in Trainingseinheiten

Pädagogische Grundhaltungen

Lernende haben unterschiedliches Hintergrundwissen und unterschiedliche Vorerfahrungen zu den Themen Cybermobbing, Sexting, Grooming, Posing usw.

Aus diesem Grund sollten Informationen und Trainingsmaterialien so vorbereitet werden, dass die Kinder/Jugendlichen auf einer möglichst einfachen und handlungsorientierten Ebene erreicht werden, von welcher alle gemeinsam aufbauen können. Abstrakte Konstruktionen oder überbordende Inhalte treffen nicht auf den gewünschten Effekt, sie führen zu Demotivierung, Widerständen und erschweren von Beginn an den Lerntransfer. Folgende Punkte sollten deshalb für die Planung von Trainingseinheiten und die Einführung in neue Themen immer beachtet werden (vgl. dazu Palank 2012: 27ff):

  • Was ist für den Lernenden wirklich (existentiell) wichtig?
  • Was ist absolut unverzichtbar?
  • Was ist entbehrlich?
  • Wann (auf welchem Niveau) fange ich an, mich für die Resultate des Trainings zu genieren (diese Grenze darf nicht unterschritten werden)?

Als sehr hilfreich in der Planung von Trainingseinheiten erweisen sich auch einfache didaktischen Grundregeln nach Comenius, die berücksichtigt werden sollten:

  • Vom Nahen zum Fernen
  • Vom Leichten zum Schweren
  • Vom Einfachen zum Zusammengesetzten
  • Vom Bekannten zum Unbekannten

Trainingseinstieg und Trainingsverlauf

Die Funktionen eines Trainingseinstiegs für die erfolgreiche Bearbeitung eines Themas von größter Bedeutung. So muss der Einstieg neugierig machen, Interesse am Thema wecken, Vorerfahrungen und Kenntnisse aktivieren und über das Kommende informieren (vgl. Meyer 1994: 122). Es sollte jedoch dabei beachtet werden, dass der Einstieg in eine Einheit nicht mit Motivationstricks erfolgt. Werden die Erwartungen im Weiteren nämlich nicht erfüllt, kann dies zu einer raschen Enttäuschung und auch zu Widerständen im weiteren Verlauf führen. Aus diesem Grund eignet sich die Aneignung von verschiedenen Methoden, die jedoch für jedes Thema individuell geplant werden müssen.

Doch nicht nur der Einstieg in eine Trainingseinheit ist für den gesamten Lerntransfer von Bedeutung, auch die weiteren Abschnitte des Trainings bedürfen einer genauen Planung damit sich ein „…methodischer Grundrhythmus …“ (Meyer 2002) einstellt:

Schritt 1
In der Einstiegsphase muss die Trainerin/der Trainer dafür sorgen, dass eine gemeinsame Orientierungsgrundlage für den zu erarbeitenden Sach-, Sinn- oder Problemgegenstand hergestellt wird. Dies legt oft, aber nicht immer eine führende Rolle der Trainerin/des Trainers nahe.
Schritt 2
In der Erarbeitungsphase sollen sich die Lernenden den Sach-, Sinn- oder Problemzusammenhang einarbeiten. Dies ist ohne ein hohes Maß an Eigentätigkeit nicht zu schaffen. Sie erhalten deshalb eine führende Rolle.
Schritt 3
In der Phase der Ergebnissicherung sollen sich die Trainerin/der Trainer und die Lernenden darüber verständigen, was bei der Arbeit am Thema herausgekommen ist und wie die Arbeit in der nächsten Zeit weitergehen kann. Darüber hinaus sollen die neu erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten geübt und gegebenenfalls angewandt werden. Dies legt eine gemeinsame Trainingsführung durch Trainer sowie Lernende nahe.

Fontoj Kiper, H./ Meyer, H. / Topsch, W.: Einführung in die Schulpädagogik. Berlin 2002, S. 109-121

Methoden und Formen für die Einführung eines neuen Themas

Es gibt für jeden Gegenstand unterschiedliche Zugänge wie ein Thema in eine Gruppe einzuführen ist. Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist jedoch, sich vor der Planung der Einheit mit der Zielgruppe auseinanderzusetzen. Erst wenn dies getan ist, können weitere Planungen und Vorbereitungen getätigt werden. Im Folgenden werden einige aktive Einstiegsmethoden exemplarisch dargestellt. Sie können für jede gewählte Methode ein anderes Fallbeispiel mit einem anderen Schwerpunkt wählen (siehe dazu: Ideenpool-Fallbeispiele).

Die Collage ist eine sehr kreative Art, neue Themen einzuführen. Vor der Arbeit an der Collage gibt es für die Teilnehmenden (Kinder/Jugendlichen) eine kurze Information über das Thema Cybermobbing (Vortrag der Trainerin/ des Trainers von max. 10 Minuten):

  • Was ist Cybermobbing
  • Wen kann Cybermobbing betreffen?
  • Wie findet Cybermobbing statt?
  • Wo liegen die Gefahren?

Anleitung

  • Im nächsten Schritt werden die Teilnehmenden (bei Bedarf) über die Methode „Collage“ informiert (Ausschneiden von Bildern und Überschriften aus Illustrierten, Zeitungen und Magazinen und anschließendes Gestalten eines Bildes).
  • Danach werden kleine Gruppen (4-6 TN) gebildet, welche anschließend zum Thema/Problem eine Collage anfertigen.
  • Nach der Fertigstellung der Collagen sollte in den Kleingruppen eine kurze Gesprächsphase eingelegt werden, in welcher über die Aussage, Gefühle und Beweggründe für die Gestaltung der gemeinsam erstellten Collage gesprochen wird. Die Stimmung zum Thema kann dadurch eingefangen werden und dient den Teilnehmenden gleichzeitig zur Reflexion.
  • Hinweis: Achten Sie in der Gesprächsrunde darauf, dass Sie neben der Begriffsklärung auch mögliche Ursachen und Auswirkungen mit den Jugendlichen thematisieren
  • Die fertigen Collagen sollen anschließend für alle sichtbar im Gruppenraum o.ä. aufgehängt werden.

Das benötigte Material richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmenden und der Größe der gebildeten Gruppen:

  • Vortrag vorbereiten: Einleitung auf cyberhelp.eu
  • Ggf. PC und Beamer für einen Film (siehe Ideenpool)
  • Plakatpapier (mind. DIN A2)
  • Zeitungen, Zeitschriften, Magazine
  • Scheren, Kleber

Der Zeitungsbericht – Beispiel Sexting

Alle Teilnehmenden erhalten einen Zeitungsartikel (Ideenpool) der einen Fall von Sexting beschreibt. Jeder hat die Aufgabe, diesen Artikel alleine in einer vorgegebenen Zeit zu lesen. Danach beginnt ein von der Trainerin/vom Trainer geleitetes Gruppengespräch, der die einzelnen Abschnitte des Artikels aufgreift. Die Teilnehmenden erhalten die Möglichkeit ihre Sichtweise zu den einzelnen Punkten (Hintergründe, Meinungen, Erfahrungen) zu schildern.

Hinweis:

Achten Sie in der Gesprächsrunde darauf, dass Sie neben der Begriffsklärung auch mögliche Ursachen und Auswirkungen mit den Jugendlichen thematisieren.

Das benötigte Material richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmenden und der Größe der gebildeten Gruppen:

  • Zeitungsartikel/Fallbeispiel z.B. aus unserem Ideenpool
  • Kopien der Zeitungsartikel

Brainwriting – Beispiel Cyberstalking

Zu Beginn des Trainings wird ein fiktiver Fall (Ideenpool) von Cyberstalking aus Sicht des Betroffenen behandelt (Bsp. Text über den Beamer, Video…). Anschließend erhalten alle Teilnehmenden ein weißes Blatt Papier (A4).

Anleitung

  • Auf eine Impulsfrage vonseiten des Trainers (z.B. „Was können Ursachen von Cyberstalking sein?“, „Wie kann ich einem Opfer von Cyberstalking helfen?“ oder „Wie kann ich Cyberstalking vorbeugen?“) beginnen alle Teilnehmenden, ihre Ideen dazu in Stichwortsätzen auf das A4 Papier zu schreiben.
  • Nach etwa fünf Minuten legen alle Teilnehmenden ihr Blatt in die Mitte des Gruppenraums. Dann nimmt sich jeder ein Blatt eines anderen Teilnehmenden und liest sich die Ideen/ Meinungen durch, lässt sich inspirieren und schreibt auf dieses Blatt weitere Ideen bzw. Anregungen.
  • Dies kann mehrmals wiederholt werden.
  • Zum Schluss werden die Ergebnisse an der Tafel / an einem Flipchart gesammelt und gemeinsam besprochen.

Das benötigte Material richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmenden und der Größe der gebildeten Gruppen:

  • Zeitungsartikel/Fallbeispiel z.B. aus unserem Ideenpool
  • Ggf. PC und Beamer
  • weiße DIN A4 Blätter

Schreibwerkstatt – Beispiel Grooming

Die Teilnehmenden erhalten nur eine sehr kurze Information über das Thema „Grooming“. Um den weiteren Verlauf der Methode nicht zu gefährden sollte nicht im Detail auf das Thema eingegangen werden.

Anleitung

  • Die gesamte Gruppe wird in Kleingruppen aufgeteilt (3-6 TN).
  • Jede Kleingruppe bekommt einen großen Bogen weißes Papier (Flipchart) und dicke Faserstifte.
  • Die Kleingruppen können sich nun schriftlich auf dem Bogen Papier äußern. Dabei sollen Einfälle, Bemerkungen, Assoziationen, Fragen und Gegenfragen, Antworten, Zeichnungen, Pfeile, Bilder, Diagramme, Graphiken usw. zum Thema möglichst frei aufgeschrieben bzw. gemalt werden.
  • Nach 15 Minuten werden die Teilnehmenden gebeten, ihr Plakat beim Vortragenden abzugeben. Dieser präsentiert die Plakate der Kleingruppen im Plenum und geht anschließend gezielt auf alle wichtigen Statements des Plakates ein.

vgl. dazu „WAHL Methodensammlung“ (Online im Internet)

Das benötigte Material richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmenden und der Größe der gebildeten Gruppen:

  • Vorbereitung für kurze Einführung zum Thema: siehe Definitionen
  • weißes Flipchartpapier o.ä.
  • dicke Faserstifte/Eddings

Die A-B-C Methode – Beispiel Denigration

Diese Methode kann sowohl in Einzel- als auch in Gruppenarbeit erfolgen. In der weiteren Beschreibung wird auf die Gruppenmethode eingegangen.

Die Teilnehmenden des Trainings erhalten einen Text in welchem ein fiktiver Fall von Denigration aus Sicht des Betroffenen behandelt wird (ca. ½ A4 Seite). Im Anschluss werden die Teilnehmenden in Kleingruppen eingeteilt (3-4 TN). Jede Gruppe erhält einen beschriebenen Bogen Papier (Flipchart) und dicke Faserstifte. Anschließend hat sich die Gruppe auf gemeinsame Assoziationen zu jedem Anfangsbuchstaben des Wortes „Denigration“ zu einigen.

Jede Gruppe sollte am Ende der Übung die Möglichkeit erhalten, mind. drei ihrer gemeinsamen Assoziationen im Plenum zu präsentieren und zu begründen.

Das benötigte Material richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmenden und der Größe der gebildeten Gruppen:

  • Zeitungsartikel/Fallbeispiel z.B. aus unserem Ideenpool
  • Kopien des Fallbeispiels
  • Vorbereite Papierbögen (siehe Bildbeispiel)
  • dicke Faserstifte/Eddings
  • D..epression
  • E..lend
  • N..ötigung
  • I.........
  • G.........
  • R.........
  • A.........
  • T.........
  • I.........
  • O.........
  • N.........

Fontoj

  • Meyer, H. (1994): Unterrichtsmethoden. Band 2. Praxisband. Frankfurt a. M.: Scriptor
  • Palank, F. (2012): Pädagogisches Handeln in der innerbetrieblichen Ausbildung, AMS: Linz
  • Kiper, H./ Meyer, H. / Topsch, W. (2002): Einführung in die Schulpädagogik. Berlin
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